Beschleunigte Entschleunigung

 

Dat ole Fösterhuus

Dat ole Fösterhuus wurde 1852 mit verwendbaren Teilen eines alten Bauernhauses, das vorher an einem anderen Ort in der Heide gestanden hatte, im Klecker Wald aufgebaut.

Nachdem der Schafstall auf Hof Weide dem Verein verloren gegangen war, erfuhr Siegfried Cohrs, dass das alte Forsthaus im Klecker Wald wegen Baufälligkeit abgerissen werden sollte und für den Förster in der Nähe ein neues Haus gebaut wurde.
Die Wünsche des Postkutschenvereins auf Überlassung des Gebäudes wurden vom damaligen zuständigen Regierungspräsidenten in Lüneburg mit folgenden Worten kommentiert: „An dem Forsthaus ist nichts Erhaltenswertes dran, das wird abgerissen, selbst wenn der Kaiser von China kommt.“

Es folgte mit Unterstützung zahlreicher Heimatfreunde und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ein langer Kampf um die Erhaltung des historischen Gebäudes.
Im August 1968 wurde die Bezirksregierung in Lüneburg durch den amtierenden niedersächsischen Minister Wilfried Hasselmann angewiesen einen Pachtvertrag mit dem Verein Postkutsche abzuschließen. Damit war die Rettung des historischen Forsthauses gesichert. Wie sich Jahrzehnte später herausstellte war der Postkutschenverein mit diesem Vertrag nicht abgesichert, denn der Passus  „ Der Verein verzichtet auf sämtliche Ausgleichsforderungen wegen Wertverbesserung oder aus sonstigem Rechtsgrund“ wurde in der Euphorie überlesen und damit akzeptiert.
Ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel hat der Verein mit den geringen Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Eigenleistungen es bis heute geschafft, das idyllische Anwesen zu bewahren und hofft, mit der entsprechenden Unterstützung, auf den Erhalt für die folgenden Generationen.

Der im Januar 2007 verlängerte Pachtvertrag zwischen der Forstverwaltung und dem Postkutschenverein lässt vermuten, dass das Land Niedersachsen diese ehrenamtliche Leistung in keiner Weise anerkannte: Die Pacht wurde von € 500,00 auf € 6000,00 im Jahr erhöht. Der Wochenblatt-Verleger Martin Schrader half, kaufte das ole Fösterhuus und schenkte es dem Verein Postkutsche Lüneburger Heide e.V..

Heute steht das ole Fösterhuus unter Denkmalschutz: Doch dafür gibt es keine Vorteile oder Mittel, sondern nur Vorschriften.

Der Verein ist nach wie vor auf Spenden, Mitglieder und ehrenamtliche Helfer angewiesen.